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Die
Ur-Landschaft der Ebene und ihre Veränderungen
Die nordadriatische
Tiefebene ist das Ergebnis einer langen Evolutionsgeschichte, die über Jahr-hunderte auf diese Landschaft eingewirkt hat.
Einerseits die langsame aber unerbittliche Wirkung des Wassers,
das dieses Gebiet geschaffen und modelliert hat, andererseits der
Eingriff des Menschen, seit dem 19. Jahrhundert, haben dieses Küstengebiet
vollkommen verändert.
Die Ebene besteht aus undurchlässigen Lehmböden, die
sich durch die Überschwemmungen der vielen Wasserläufe,
die sie durchziehen, gebildet haben. Das Zusammenspiel der Meeresströmung
und der Sedimentablagerungen an den Flußmündungen, sowie
die Veränderungen des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit
haben eine Küste geschaffen, die seit antiken Zeiten von vielen
Lagunen, Seen und Sümpfen unterbrochen ist.
Die zahlreichen Alpen- und Quellflüsse wurden schon seit den
Paläovenetern als militärisch und ökonomisch nützlich
erachtet:
Sie waren grosse Wasserstrassen, die durch dichte Planitialwälder
führten und bis zu Beginn des 20.Jahrh. von grosser Pflanzenvielfalt
gekennzeichnet war. Entlang des komplizierten hydro-graphischen
Systems der venetischen Ebene bildeten sich Überschwemmungszonen
und Flußinseln mit ihrer typischen Pflanzenwelt. Sie stellen
das Habitat für am Wasser lebende Tier- und Pflanzengemeinschaften
dar, wie zum Beispiel verschiedene Schilfpflanzen und Binsenarten.
Typische Vertreter der Fauna sind Welse, Stichlinge, Forellen,
verschiedene Reiherarten, Wattvögel, Enten, Schildkröten
und Molche.
Die
Küste
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Die
Sedimentablagerungen der Flüsse Tagliamento, Piave
und Brenta bildeten vorgelagerte Sand-bänke, die in
einigen Zonen zu weiträumigen Abtrennungen vom offenen
Meer führten. So entstanden die Lagunen von Marano,
Bibione, Caorle und Venedig.
Nachfolgend wurden diese Landzungen von der typischen Küstenvegetation
besiedelt und es entstanden unter ständiger Einwirkung
von Wind und Wasser stabile Dünen. Auf der Rückseite
dieser Barrieren herrschte Sumpflandschaft vor: Flache Gewässer
mit reicher, natürlicher Pflanzenwelt, die sich durch
grosse Artenvielfalt in den einzelnen Ökosystemen auszeichnete.
Heute hat leider diese Komplexität der Natur starke
Einbußen erlitten und mußte einer vereinfach-ten
Landschaftsform weichen, durchbrochen von nur wenigen Restgebieten,
die der Zerstörung entgangen sind. Bezeichnend für
die Küste von Eraclea sind die noch heute erhaltenen
Dünen, ver-einzelt in mehreren, parallel zum Meer verlaufenden
Dünengürteln.
Beginnend mit der zweiten Hälfte des 20.Jahrh. durch
zunehmende Industrialisierung, Ausbau der Kommunikationswege
und des Massentourismus, des Ansteigens der Bevölkerung
und der Suche nach neuen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen,
hat man grosse Gebiete trocken gelegt, Dünen abgetragen,
Senkungen aufgefüllt, Wälder gerodet und ortsfremde,
schnellwachsende Bäume eingeführt.
Die aktuelle, verarmte Sandküste ist auf die Strandbäder
zugeschnitten, es fehlen die typischen horizontalen Küstenvegetationsabfolgen.
Man war gezwungen zahlreiche künstliche Elemente einzuführen
wie z.B. die vertikal zum Strand angelegten Felsdeiche, um
die Strandlinie vor Erosion zu schützen. Aber an der
Küste von Eraclea haben noch Teile ursprünglicher
Landschaft von großer ökologischen Bedeutung überlebt
und können besichtigt werden: Bewaldete Altdünen
mit ursprünglicher Vegetation, Pinienwälder und
die „Laguna del Mort“.
Der spontane Küstenwald bestand ursprünglich aus
Laubmischwäldern mit Silberpappeln, Erlen, Eichen und
Weißdorn. Gemeinhin werden die Pinienwälder als
typische Küstenvegetation angesehen, sie sind aber vom
Menschen angelegt. Schon die Römer legten sie mit unterschiedlichen
Ausdehnungen wegen der Pinienkerne, oder als Windschutz für
den Ackerbau an, was zur Folge hatte, dass der einstige Naturwald
verdrängt wurde. Häufigste Vertreter sind Pino
domestico (pinus pinea) und die Meerespinie (pinus marittimus).
Heute gelten sie als natürliche Küstenbefestigung und
in der modernen Umweltplanung werden sie deshalb geschützt und sogar wieder im Rahmen eines komplexen Landschaftsschutzplanes
der internen Küstengebiete und der Lagunen angelegt.
In der Nähe von Eraclea gibt es noch weitere Gebiete
von großem landschaftlichem Wert:
Der Pinienwald bei Cortellazzo, die Eichenwälder in
Valle Grande und Vallesina, die Wälder und der Mittelmeerbuschwald
in der Lagune von Caorle, die Wälder bei Bibione und
der Pinienwald an der Tagliamentomündung.
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